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Microgreens: das neue Superfood?

Superfood ist ein Begriff der stellenweise inflationär gebraucht wird und keinen festen Hintergrund hat. Wenn ich will, kann ich alles als Superfood bezeichnen. Es ist eben nur ein Begriff fürs Marketing. Aber weil Marketing funktioniert, wissen wir alle was Superfoods sein sollen: Nahrungsmittel die neben dem schlichten Nährwert noch gesundheitliche Vorteile versprechen.

Bewiesen ist das in den meisten Fällen nicht. Viele wichtige Faktoren, wie lange Lieferketten oder Verarbeitungsschritte und negative Umwelteinflüsse werden einfach  außen vorgelassen, wenn es darum geht einem Nahrungsmittel den Superfoodstempel aufzudrücken.

Die größten Vorteile von Microgreens:

  • Deine Greens sind immer erntefrisch! Kein tagelanger, ressourcenfressender Kühltransport aus Spanien oder vom anderen Ende der Welt, bei dem wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen. Dazu kommt kein Zwischenstopp im Handel, wo die Lagerbedingungen alles andere als optimal sind.

 

  • Rohkost muss man mögen, mit Microgreens wird es dir besonders leichtfallen. Wir empfehlen die Greens roh zu verzehren und besonders heiße Gerichte erst ein bisschen abkühlen zu lassen bevor sie mit Greens getoppt werden.

 

  • Die Sortenauswahl bereichert deinen Speiseplan, oder würdest du auf die Idee kommen Senf- oder Buchweizenblätter zu essen? Eher nicht, denn selbst wer den Geschmack noch mag wird spätestens von der zähen Textur abgeschreckt. Die Greens hingegen vereinen die Inhaltsstoffe mit einer angenehmen Textur.
  • Weniger Nitrat. Auch wenn Nitrat für einen gesunden, ausgewachsenen Menschen eigentlich kein Problem darstellt, kann es besonders für kleine Kinder problematisch werden, da es in giftiges Nitrit umgewandelt werden kann. Der Nitratgehalt von Gemüse hängt von vielen Faktoren ab, aber besonders Gartensalate ( Kopfsalat, Eisbergsalat, Lollo Rosso/Bionda) reichern in Wintermonaten viel Nitrat an. Da Gartensalate ohnehin schlecht als Microgreen zu kultivieren sind, stellen unsere Greens eine nitratarme, gesunde, „salatige“ Alternative dar.

 

  • Geringe Kaloriendichte bei gleichzeitig hohen Gehalten an Mikro- und Makronährstoffen. Der Gehalt an lebensnotwendigen Mineralien ist bis zu 1,73 mal höher als in ausgewachsenem Gemüse.

 

  • Höhere Vitamingehalte als ausgewachsenes Gemüse. Rotkohl Microgreens enthalten die 260-fache Menge an Vitamin A und sechsmal mehr Vitamin C als ausgewachsener Rotkohl. Von 25 getesteten Microgreensorten enthielten 18 von ihnen höhere Vitamin K Gehalte als Brokkoli. Alle 25 Sorten enthalten mehr Vitamin E als ausgewachsener Spinat.
  • Glucosinolate, sind Verbindungen die in Kohlgewächsen vorkommen und im Ruf stehen Krebs-und Herz-Kreislauf-Krankheiten vorzubeugen. Sie sind in doppelter Menge in Rotkohl Microgreens enthalten im Vergleich zu ausgewachsenem Rotkohl.

 

Tipp: Glucosinolate sind zwar recht hitzestabil, sie gehen aber in großer Menge ins Kochwasser über. Es ist also besser Kohl zu braten. Oder du fängst das Kochwasser auf und bereitest damit zum Beispiel eine Soße zu.

 

Deine selbst angebauten Microgreens sind also wahre Vitaminbomben. Eine grundsätzlich ausgewogene Ernährung mit viel frischen Obst und Gemüse können sie aber nicht ersetzen. Sie enthalten sogar tendenziell weniger Proteine und haben geringere Phosphor und Kaliumgehalte als ausgewachsenes Gemüse. Aber wir sehen Microgreens auch nicht als Grundnahrungsmittel, sondern als eine natürliche und leckere Möglichkeit deinen Speiseplan mit vitaminreicher Rohkost zu bereichern. Denn davon enthalten sie nachgewiesen erstaunliche Mengen und wir finden damit haben sie den Namen Superfood verdient. Übrigens sind sie nicht nur super für dich, sondern auch für die Umwelt!