Umfallkrankheiten - Wenn deine Keimlinge umfallen

Inhaltsverzeichnis

Deine Keimlinge fallen um? In diesem Blogartikel erfährst du warum und was du dagegen tun kannst.

Diagnose und Gegenmaßnahmen

Deine Microgreens haben das empfindlichste Stadium der Keimung überstanden und sie brauchen nur noch ein paar Tage bis zur Erntereife aber plötzlich entdeckst du an einer Stelle Keimlinge, die wie vertrocknet aussehen obwohl genügend Wasser vorhanden ist. Was hat es damit auf sich?

Umfallkrankheit, Keimlingsfäule, Auflaufkrankheit, Schwarzbeinigkeit, Keimlingskrankheiten oder damping-of. Alles Namen für die gleiche Krankheit: Frisch gekeimte Pflanzen knicken ein, fallen um und gehen ein. Kühle Temperaturen, schlechte Luftzirkulation und zu viel Wasser sind die Hauptursachen für Umfallkrankheiten.

Die Ursache

Ausgelöst wird die Krankheit durch verschiedene pilzliche Erreger. Anhand des Schadbildes ist der Verursacher leider nicht zu identifizieren, man müsste eine mikroskopische Untersuchung durchführen, um den spezifischen Erreger sicher zu identifizieren. Da man aber ohnehin nichts mehr dagegen unternehmen kann, lohnt sich diese Mühe nur aus reinem Interesse.

Hat die Krankheit einmal Fuß gefasst, ist die komplette Schale nicht mehr zu retten und das Saatpad muss verworfen werden. Die Erreger der Umfallkrankheit infizieren am unteren Stängelgrund des Keimlings. Das Gewebe verfärbt sich dunkel bis gläsern, bis es schließlich vertrocknet, die Wasser-und Nährstoffzufuhr wird unterbrochen und der Keimling stirbt.

Von der Umfallkrankheit zu unterscheiden, ist das Umkippen der Keimlinge aus anderen Gründen:

Zu wenig Licht

Steht die Anzuchtschale dauerhaft zu warm und zu dunkel stecken sich die Keimlinge in die Höhe. Ab einer gewissen Höhe wird der Stängel zu lang und instabil, als Folge kippt der Keimling einfach um. Spätestens jetzt ist höchste Zeit die Microgreens zu ernten und nach einem sonnigen Plätzchen für die nächste Anzucht Ausschau zu halten.

Zu wenig Wasser

An warmen Tagen mit starker Sonneneinstrahlung verbrauchen Microgreens viel Wasser, ist das Wasser aufgebraucht, kippen die Microgreens um. Aber noch ist nichts verloren. Einfach so schnell wie möglich Wasser geben, oft ist es noch nicht zu spät und die Greenies erholen sich von ihrer Durststrecke.

Hier erfährst du mehr über den richtigen Microgreen Anbau

Umfallkrankheiten vermeiden

Kühle Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit, und Lichtmangel fördern Umfallkrankheiten. Zwar mögen die pilzlichen (und eipilzlichen Erreger ;o)) auch Temperaturen jenseits der 20 Grad, sie sind allerdings schon ab 5 Grad aktiv und infektiös. Besonders geschwächte Pflanzen sind gefährdet, daher sollten wir unser Augenmerk darauf richten, es unseren kleinen Babypflanzen so angenehm wie möglich zu machen.

Temperatur

Insbesondere in den ersten drei Tagen muss auf eine gleichmäßige Wärme von ca 20 grad geachtet werden. Nur so können die Samen gleichmäßig keimen und zu kräftigen Sämlingen heranwachsen. Starke Pflanzen sind widerstandsfähig und können den Erregern trotzen.

Licht

Microgreens brauchen wie alle anderen Pflanzen auch genügend Licht für gesundes Wachstum. Suchen sie sich im Winter ein besonders helles Plätzchen auf der Fensterbank. Dadurch bleiben die Stängel kurz und kräftig. Außerdem fühlen sich die Erreger im dunkeln besonders wohl, bei Licht sind sie deutlich weniger infektiös.

Luftfeuchtigkeit

Giessen sie die Microgreens nicht öfter als unbedingt nötig. Mit unserem Microgreen Anzuchtsets ist es während der gesamten Wachstumszeit in der Regel gar nicht nötig zu gießen. Ausnahmen sind besonders warme Temperaturen und starke Sonneneinstrahlung. Dann verdunsten die Microgreens mehr Wasser als üblich und das Wasserreservoir in der Schale sollte nachgefüllt werden. Giessen sie stets von unten und überlassen sie es den Pflanzen sich das Wasser zu holen.

Die Luftfeuchtigkeit ist weniger einfach zu kontrollieren. Im Wissen um diese Problematik haben wir für euch die funktionale Verpackung aus Filterpapier hergestellt. Diese schützt zwar den Samen vor direkter Sonneneinstrahlung und Austrocknung, erlaubt aber gleichzeitig Luftaustausch und reguliert das verfügbare Wasser durch Oberflächenverdunstung.

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Fazit

Wir konnten die Umfallkrankheit bisher nur selten und dann auch nur bei Alfalfa Microgreens beobachten. Die beste Vorbeugung von Umfallkrankheiten ist die richtige Standortauswahl. In den ersten drei Tagen gleichmäßige Wärme von ca. 20°C und im späteren Wachstumsverlauf möglichst viel Sonnenlicht. Dann klappt es garantiert mit der eigenen Microgreenernte.

Zum Abschluss nochmal die 5 Tipps gegen umfallende Keimlinge im Überblick:

  • Ausreichend warme Temperatur (ca. 20-22 Grad sind ideal)
  • Nicht mehr giessen als nötig
  • Verwenden sie das Filterpapier zur Anzucht
  • Reinigen sie die Anzuchtschale nach jeder Ernte gründlich
  • Achten sie auf ausreichend Sonnenlicht